25.09.2016

Bundesmitgliederversammlung der FREIEN WÄHLER in Nürnberg - JFW Hessen gegen Bevormundung junger Menschen durch Wiedereinführung der Wehrpflicht

Auf der gestrigen Bundesmitgliederversammlung in Nürnberg wurde ein neues Leitpapier der FREIEN WÄHLER verabschiedet. Für Diskussion sorgte hier ein Passus bei dem die Wehrpflicht für junge Männer und Frauen verpflichtend wiedereingeführt werden soll. Wenn auch mit der Wahlmöglichkeit die Zeit bei Organisationen wie der Freiwilligen Feuerwehr, DRK, THW, NaBu und vielen anderen abzuleisten. Die Wehrpflicht soll hierbei dann für den Ausbau einer Verteidigungsarmee genutzt werden.

„Die FREIEN WÄHLER haben immer damit geworben, gegen eine Bevormundung der Bürger zu sein. Es ist daher unverständlich, wieso junge Menschen nun zu etwas gezwungen werden sollen“ so der Landesvorsitzende Christoph Nachtigall.

Hauptargument der FREIEN WÄHLER war, dass die Qualität der Bundeswehr immer weiter sinkt und sich auch immer weniger junge Menschen in Hilfsorganisationen und Vereinen engagieren.

„Um eine Attraktivität der Bundeswehr muss sich diese schon selbst kümmern, bzw. vom Bund dabei unterstützt werden. Es gilt insgesamt die Ausbildung der Bundeswehr zu verbessern. Angriffe auf unser Land werden bereits heute nicht mehr an Landesgrenzen sondern als Cyberkrieg im Internet geführt, was den Angriff auf die IT-Infrastruktur des Bundestages zeigt. Hier muss schnellstmöglich um qualifiziertes Personal geworben werden. Dies kann aber sicherlich nicht durch die Wiedereinsetzung einer Wehrpflicht gelöst werden“ so die Vertreter der JFW Hessen.

Viele junge Menschen nutzen bereits das Angebot eines Freiwilligen Sozialen Jahres. Im Berufsleben wird heute weitaus mehr von jungen Menschen abverlangt als früher. Um das ehrenamtliche Engagement wieder attraktiv zu machen, gehören hier Konzepte her, die dieses für junge Menschen ernsthaft attraktiver machen. Und dazu gehört auch eine der Leistung angemessene Bezahlung. Und wer hier als junger Mensch noch den Fokus auf eine Familiengründung legt, hat eben nicht mehr die notwendigen Ressourcen, sich in Vereinen zu engagieren. Auch hier gilt es Konzepte zur Unterstützung junger Familien zu finden.

Seit Aussetzung des verpflichtenden Wehrdienstes bzw. der Möglichkeit einen Wehrersatzdienst zu leisten, stehen Rettungsorganisation wie der Freiwilligen Feuerwehr, DRK, THW und auch den sozialen Diensten weniger junge Menschen für Ihre Arbeit zur Verfügung.

„Wir sehen hier die große Gefahr, dass junge Menschen wieder als billige Arbeitskräfte ausgenutzt werden. Hier gilt es die Angebote insgesamt für junge Menschen attraktiver zu machen. Probleme sollte man an der Wurzel und nicht am Kopf bekämpfen“ so Nachtigall abschließend.