27.05.2016

Together we can make a change – Gemeinsam etwas verändern

JUNGE FREIE WÄHLER Hessen besuchen das EUROPEAN YOUTH EVENT in Straßburg und suchen den Austausch auf europäischer Ebene.

Das bereits im Vorjahr erfolgreich gestartete EYE in Straßburg lockte auch dieses Jahr vom 20. auf den 21. Mai wieder tausende Jugendliche aus ganz Europa ins schöne Straßburg, wo sich regionale Kultur mit europäischem Flair begegnen.

Gespickt mit einer Vielzahl von Freizeitaktivitäten, spannenden Workshops und interessanten, wie auch intensiven Debatten ist die Großveranstaltung im europäischen Parlament eine der wichtigsten internationalen Veranstaltungen für den politischen Nachwuchs, wie auch interessierte Jugendliche aus ganz Europa.

Fünf JUNGE FREIE WÄHLER aus Hessen haben die Veranstaltung gemeinsam mit den Freunden aus Bayern und den Young Democrats for Europe besucht und konnten vielseitige Erfahrungen mitnehmen.

Zu den fünf großen Themen des #EYE2016 gehörte die Jugendarbeitslosigkeit in Europa. Die Jugendarbeitslosigkeit in Europa geht zwar zurück, dennoch haben viele Jugendliche keine Perspektive. „Es beunruhigt mich sehr, mir ein Studium auszusuchen und zu wissen, dass ich mit diesem Studium nur sehr schwer in den Arbeitsmarkt in meinem Land einsteigen kann“, so ein Teilnehmer der Plenardebatte.

Hier muss sich etwas tun, etwa die Förderung des internationalen Austausch von Arbeitsämtern oder die Schaffung einer Internetplattform für den Ausbildungsstellenmarkt auf europäischer Ebene. Auch an den Universitäten muss mehr auf den Arbeitsmarkt hingearbeitet werden. „Wir sind auf einem guten Weg in Europa, aber die Wirtschaft muss mehr in die Jugend, unsere Zukunft, investieren“, so Dennis Lehmann.

Eines der Highlights für die jungen Delegierten war die Veranstaltung „Human Rights – Heroes of our time“, in welcher drei Preisträger des Sacharow-Preises vorgestellt wurden und diese von ihrer Lebensgeschichte berichteten. Der Sacharow-Preis wird seit 1988 vom Europäischen Parlament an Persönlichkeiten oder Organisationen verliehen, die sich für die Verteidigung der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit einsetzen.

So beschrieb Denis Mukwege, die Situation im Kongo und die der Frauen in seinem Land, für die er sich trotz aller Widerstände und Drohungen gegen ihn und seine Familie, stark machte. Die Geschichte von Raif Badawi, einem Blogger aus Saudi-Arabien, der sich für Meinungsfreiheit in seinem Land stark machte und der den Sacharow-Preis im Jahr 2015 verliehen bekommen hatte, wurde von seiner Frau erzählt, da dieser sich für seine Aktivitäten noch immer in Haft befand. Ein Vertreter der Menschenrechtsorganisation „Memorial“ berichtete von den alltäglichen Problemen mit den Behörden in Russland und der stetigen Gefahr, in welcher sich die Aktivisten befanden. „Neben diesen ganzen Persönlichkeiten, die täglich ihr Leben für das Wohl anderer riskieren fühlt man sich sehr klein“, so Daniel Trunk nach der Veranstaltung. „Man wird konfrontiert mit einer Realität, die von dem eigenen Leben sehr weit abweicht. Was wir aber heute schon tun können, auch als Jugendliche, ist es, diesen Leuten eine Stimme zu verleihen und uns für sie stark zu machen.“

Auch der immer größer klaffende Spalt zwischen „arm“ und „reich“ wurde von den Jugendlichen kontrovers diskutiert. Insbesondere beim Thema TTIP ist es gar nicht mehr nachvollziehbar, mit welchen Lobbyisten Politiker im Gespräch sein. Hier geht jegliche Transparenz verloren.

Weiterhin wurden Debatten zu dem Hunger auf der Welt und der derzeitigen Migrationsbewegung besucht. Davon abgesehen gab es in den Zelten vor dem Parlament vieles zu entdecken. So konnte man sich in der „Living Library“ eine Person eines bestimmten Stereotyps „ausleihen“ und diese dreißig Minuten lang über ihr Leben ausfragen.

"Alles in allem war es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein informatives Wochenende", so Lehmann. "Jetzt gilt es, die Veranstaltungen zu rekapitulieren und mit den gewonnenen Erfahrungen im Hinterkopf, die inhaltliche Arbeit aufzunehmen und Erkenntnisse in Ziele und Leitlinien festzusetzen."

Ein großer Dank geht an Charles Coudoré und die Young Democrats for Europe, die uns diese großartige Erfahrung möglich gemacht haben.